Tour: Sardinien - Korsika Urlaub 96
Korsika Teil 2
Korsika

Filosorma:
Das Tal des Fangu, der bei Galéria ins Meer mündet, bildet mit seinen Seitentälern das landschaftlich reizvolle Gebiet Filosorma. Das Tal stellte früher den Durchgangsweg für die jahreszeitlichen Weidewechsel der Schafe dar.
Zur Erkundung der Filosorma fährt man von Galéria die Talstraße den Fangu flussaufwärts. Nach zwölf Kilometern gelangt man an eine Brücke. Die Talstraße führt weiter flussaufwärts am Rande des Weilers Manso vorbei. Bei Barghiana mündet der Rau de Bocca Bianca in den Fangu. Kurz hinter Barghiana folgt man rechts dem Schotterweg, der nur bei Trockenheit zu befahren ist, weiter bergan bis zur Rocce-Brücke. Hier beginnt das Wildschutzgebiet zur Erhaltung der Wildschafbestände.

An unserem letzten Tag in Galeria fahren wir nochmals auf der wunderschönen Küstenstraße über Calvi, nach L'lle Rousse. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung geht es weiter in die nördlichen Ausläufer des korsischen Zentralgebirges.

korsisches Zentralgebirge   korsisches Zentralgebirge   meine Dominator

Auf den kleinen kurvigen Straßen genießen wir auf der linken Seite den Ausblick auf den knapp 2000 m hohen Monte Grosso, rechts die Küste und wir, irgendwo dazwischen. Unser Weg führt uns nach Corbara, dem einstigen Hauptort der Balagne, mit seinen 2 Genueser Burgruinen aus dem 14. Und 16. Jahrhundert, Pigna mit seinen winkeligen fliesenbelegten Gassen, weiter durch die Dörfer der Gemeinde Montegrosso, durch Mandel- und Ölbaumhaine, durch Wein- und Obstgärten. Dabei ergeben sich immer wieder wunderbare Ausblicke über die Balagne und ihrer Küste.

Beim Frühstück beratschlagen wir, wie wir weiterfahren wollen. Nach Cap Corse ist klar, aber dann? Kurz nach 13:00 haben wir bereits Bastia hinter uns und genießen in einem kleinem Restaurant ein kleines Menü, kalte Getränken und eine kühle Briese vom Meer. Bei der Affenhitze, mit dem ganzen Gepäck, schmoren im Verkehrs-Chaos von Bastia, müssen uns zuerst einmal abkühlen. Schade, daß die Badehose natürlich auf die Schnelle nicht zu finden ist.
Wir fahren dann wie geplant gemütlich die knapp 40 km Küstenstraße hoch zum Cap Corse, durch die kleinen Dörfer und Marinas, über einen kleinen Pass weiter zur Westküste bis Centuri. Hier schlängelt sich ein Weg hinab zur Küste bis zum Port de Centuri. Im nahegelegen Campingplatz schlagen wir zum letzten Male in diesem Urlaub unsere Zelte auf.

Packen   Centuri   Centuri

Nach dem üblichem französischen Frühstück führt uns ein kurvenreicher Fahrweg wieder auf die Hauptstrecke zurück, die sich weiter südlich um die Bucht von Alisu bis Pino an der Küste entlang schlängelt. Die Landschaft um den unterhalb des Col de Santa Lucia hübsch gelegenen Ortes Pino steht mit ihren sanften Hängen und ihren Ölbaum- und Pinienhainen im Gegensatz zur sonst überwiegenden Macchia. Wir fahren auf einer schmalen Straße zur Marine de Pino, wo sich unmittelbar nebeneinander ein ehemaliger Genueser Turm und ein verlassenes Franziskaner-Kloster befinden.
Für die südliche Weiterfahrt entlang der Westküste wählen wir die interessantere, schmale und sehr kurvenreiche D 33, die sich hoch über dem Meer an den Berghängen entlang schlängelt. Die Höhenstraße führt durch teilweise wilde Landschaften, dann weiter durch Olivenhaine und Weinberge, die immer wieder von Macchia flächen unterbrochen werden. An manchen Stellen kann man die darunter liegende Hauptstraße nur mehr erahnen.
Irgendwann sind wir dann in Saint-Florent. Da es noch früh am Tag ist, entschließen wir uns noch zu einem kleinen Ausflug in das Nebbio. Auf den kleinen Straßen erkunden wir die Gegend und fahren ab Oletta weiter in Richtung Bastia.
Als wir über einen Bergkamm fahren, die Küste bereits vor Augen, stehen wir plötzlich vor einem im Sommer großen korsischem Problem. Ein Waldbrand! So wie es aussieht ist das Feuer ist bereits unter Kontrolle, zwei Löschflugzeug sind im pausenlosem Einsatz.
So traurig das Ganze auch ist, aber es ist einfach fantastisch den Piloten zuzusehen, mit welcher Routine und Präzision sie mit ihren Flugzeugen kurz auf dem Wasser aufsetzen, die Tanks mit Seewasser füllen, dabei bereits wieder durchstarten, einmal um das Feuer kreisen um sich die beste Stelle zum Löschen aussuchen zu können und dann punktgenau die Brandstelle zu löschen.

am Meer   Centuri   Löschflugzeug

Der für uns letzte Abend auf Korsika ist angebrochen, wir genehmigen uns ein letztes Abendessen vor der schönen Kulisse Centuris beim Sonnenuntergang. Mir graut schon vor Morgen, dem Tag der Abreise.
Der wird wie erwartet. Alles wird gemütlich Verpackt, wir fahren nochmals die herrliche Westküste entlang und sind dann bereits am frühen Nachmittag in Bastia. Das lange Warten beginnt. Die Fähre kommt erst am Abend, dann werden die Motorräder verladen und verschnürt. Spät verlassen wir den Hafen mit einem letzten Blick auf Bastia Richtung Genua. Nach einer kühlen Nacht an Deck erreichen wir am nächsten Morgen den wolkenbedeckten Hafen von Genua.

Ein schöner Urlaub ist zu Ende. Über Como, Maloja, Reschenpaß und Hahntenjoch geht es wieder zurück nach Augsburg.

Centuri   Sonnenuntergang   auf der Fähre   Fähre

 

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Teil 1: Sardinien
Teil 2: Korsika 1
Teil 3: Korsika 2


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